Fragen und Antworten
Sie haben selbst eine Frage zum Thema Wirbelkörperbruch und Osteoporose, die Sie unseren Experten stellen möchten? Dann nutzen Sie einfach unser Kontaktformular. Wir leiten Ihre Frage weiter, und Sie erhalten die Antwort per E-Mail.
Eine Zusammenstellung von häufig gestellten Fragen finden Sie hier:
Wie hängen Osteoporose und Wirbelbrüche ganz genau zusammen?
Dr. Jörg Franke
Leitender Oberarzt Orthopädische Universitätsklinik Magdeburg
Durch die Osteoporose wird der Wirbelkörper im Inneren weicher, beim Wirbelkörperbruch sackt der Wirbelkörper dann in sich zusammen.
Brechen Wirbelkörper nur nach äußerer Krafteinwirkung, beispielsweise durch einen Sturz?
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka
Orthopädische Universitätsklinik Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach
Der Wirbelkörperbruch nach einem Sturz ist nicht das typische bei Osteoporose. Es bedarf gar keiner äußeren Krafteinwirkung. Wegen der Osteoporose brechen die Wirbelkörper auch ohne Anlass zusammen, machen enorme Schmerzen und führen zur Verkrümmung des Rückens.
Woran merke ich, dass ich einen Wirbelkörperbruch hatte?
Prof. Dr. Leonard Bastian
Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Leverkusen:
An plötzlich einsetzenden, neuen Rückenschmerzen. Oft gibt es keinen Unfall oder ein Knacken. Auch nicht alle Patienten bemerken, dass sie kleiner werden, denn das ist im Verlauf der Osteoporose ein langsamer Prozess.
Wieso wird der Wirbelbruch so häufig übersehen?
Dr. Jörg Franke
Leitender Oberarzt Orthopädische Universitätsklinik Magdeburg
Die meisten Menschen, die an Osteoporose leiden, haben ohnehin häufig Rückenschmerzen. Doch ein Wirbelkörperbruch verursacht zusätzliche und meist auch lokal auftretende Rückenschmerzen. Ob diesen ein Wirbelkörperbruch zugrunde liegt, kann ein Röntgenbild zeigen.
Wieso ist es so wichtig, dass Wirbelkörperbrüche behandelt werden?
Dr. Hans-Peter Köhler
Neurochirurg des Asklepios Westklinikums
Oftmals sind es alltägliche Bewegungen und keine schwerwiegenden Stürze, die einen Wirbelkörperbruch auslösen. Zwar haben die meisten Menschen mit Osteoporose häufig Rückenschmerzen, doch diese Schmerzen sind so stark, dass die Betroffenen sofort bemerken: Da ist etwas nicht in Ordnung. Hinzu kommt, dass bei derart starken Schmerzen die Patienten jede Bewegung vermeiden – man kann schließlich einen Wirbel nicht ruhigstellen – und schnell an Muskelmasse verlieren, sie atmen nur noch flach und sind gefährdet, an einer Lungenentzündung zu erkranken.
Was macht mein Hausarzt, wenn ich mich mit einem Verdacht auf Wirbelkörperbruch an ihn wende?
Prof. Dr. Leonard Bastian
Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Leverkusen:
Der Hausarzt gibt zunächst Schmerzmedikamente und/oder Krankengymnastik. Wenn sich die Schmerzen innerhalb von 1-2 Wochen nicht verringern, sollte eine weitere Abklärung erfolgen. Ist der Patient nicht mobilisierbar, so besteht eine OP-Indikation. Ebenso, wenn der Wirbelkörper weiter an Höhe verliert und einbricht. In der Regel erfolgt zunächst eine Überweisung zum Orthopäden, der den Patienten dann in eine auf Wirbelsäulenoperationen spezialisierte Klinik einweist.
Welche Behandlungsverfahren stehen überhaupt zur Verfügung?
Prof. Dr. Leonard Bastian
Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Leverkusen:
Die konservative Behandlung besteht aus Schmerzmedikation, Physiotherapie, ggf. einem Korsett – also einer Orthese, die täglich angelegt werden muss – sowie der Osteoporosetherapie. Bei den operativen Methoden stehen die Kyphoplastie und die Vertebroplastie zur Verfügung.



